Die Otto Group gab heute die Zusammenarbeit mit NVIDIA bekannt. Ziel ist es, die Intralogistikabläufe durch intelligente Robotik maßgeblich zu verbessern.
Herzstück der strategischen Zusammenarbeit ist der „Robotic Coordination Layer“ – ein intelligentes virtuelles Navigations- und Kommunikationssystem für sämtliche Roboter in den Logistikzentren der Otto Group. Die KI-Infrastruktur von NVIDIA, kombiniert mit NVIDIA Omniverse-Bibliotheken und NVIDIA Isaac für KI-Robotik, bildet das Fundament für die Digitalisierung und Optimierung der Lieferkettenabläufe. Dank digitaler Zwillinge der Distributions- und Fulfillment-Zentren kann die Otto Group verschiedene Robotertypen – wie autonome mobile und stationäre Roboter – deutlich schneller simulieren, trainieren und in Betrieb nehmen. Dies ermöglicht eine reibungslose Roboter-Kooperation entlang der gesamten Lieferkette. Das Ziel: das Kundenerlebnis verbessern, das Spitzenlastmanagement optimieren und die Gesamteffizienz steigern.
„Vor mehr als drei Jahren haben wir begonnen, KI und Robotik in der Logistik einzusetzen. Unsere bisherigen Erfahrungen belegen das enorme Potenzial für mehr Effizienz und besseren Service“, erklärt Kay Schiebur, Konzern-Vorstand Services der Otto Group. „Mit NVIDIA und Reply heben wir die intelligente Automatisierung nun auf die nächste Stufe. Durch die Partnerschaft schaffen wir die grundlegende Infrastruktur für eine innovative Vernetzung unserer Roboter. Damit sind wir in der Lage, Robotik-Lösungen in den komplexen Intralogistikabläufen schnell zu skalieren und unsere führende Position als verantwortungsbewusstes Unternehmen, insbesondere in Europa, zu stärken. Wir wollen unsere Performance weiter steigern und so unsere Zukunftsfähigkeit sichern.“
Virtuelle Echtzeit-Koordination aller Roboter durch NVIDIA Omniverse, Isaac Sim und RTX Pro 6000 GPUs auf GCP
Der „Robotic Coordination Layer“ verbindet die Roboterflotten im realen Lager mit einem digitalen Zwilling – einer exakten virtuellen Repräsentation der Logistikzentren. Dieser digitale Zwilling visualisiert die Echtzeit-Positionen und -Bewegungen aller Roboter und ermöglicht eine nahtlose, interaktive Steuerung und Verwaltung der Abläufe.
Reply, ein Spezialist für KI und Robotik und globaler Servicepartner von NVIDIA, hat den digitalen Zwilling entwickelt. Dabei kommen Reality-Capture-Technologien und eine fortschrittliche Nachbearbeitung von Sensor- und Kameradaten zum Einsatz, die beispielsweise der mobile Roboter „Spot“ von Boston Dynamics bei der Vermessung des Lagers erfasst. Der digitale Zwilling ermöglicht es dann, den Lagerbereich zur Prozessoptimierung virtuell zu rekonfigurieren sowie dynamische Simulationen zur
Unterstützung des Peak-Managements durchzuführen. So lassen sich verschiedene Volumenszenarien simulieren, um den optimalen Bedarf an Robotern und Mitarbeitenden zu ermitteln.
Parallel dazu integriert der Robotic Coordination Layer auch Tools für das Roboterflottenmanagement und das Warehouse Management System (WMS). Alle Roboterflotten werden so im digitalen Zwilling visualisiert, koordiniert und verwaltet, um einen reibungslosen Anlauf und eine flexible Konfiguration zu gewährleisten. Zudem können Anwender*innen mit unterschiedlichen Rollen und Berechtigungen kollaborativ auf Roboter-Workflows zugreifen, diese aktiv steuern und optimieren. Die Vision ist ein intelligentes, remote-steuerbares Logistikzentrum, das sich schnell an veränderte Anforderungen anpasst.
Der „Robotic Coordination Layer“ bietet mehrere zentrale Vorteile:
- Optimiertes Zusammenspiel der Roboter: Unterschiedliche Robotertypen arbeiten effektiver zusammen, teilen sich Aufgaben und Ressourcen für reibungslosere Abläufe.
- Schnelles Onboarding neuer Roboterflotten: Das System ermöglicht die zügige Integration neuer Roboterlösungen und eine schnelle Anpassung an sich ändernde Anforderungen.
- Sicheres virtuelles Testen: Neue Betriebsmethoden können in einer virtuellen Umgebung getestet werden. Dies sichert die Einsatzbereitschaft vor der Implementierung in realen Umgebungen, spart Zeit und beugt Störungen vor.
- Einfaches Robotermanagement: Teams erhalten einen klaren und leicht verständlichen Überblick über alle Roboteraktivitäten, was die Managementprozesse vereinfacht.
Netzwerkweiter Rollout und das voll digitalisierte Lager der Zukunft
Der „Robotic Coordination Layer“ wird zunächst im Logistikzentrum von Hermes Fulfilment in Löhne, Deutschland, implementiert. Löhne dient als zentraler Pilotstandort und als Blaupause für die logistiknetzwerkweite Einführung der Lösung. Die initiale Entwicklungsphase umfasst eine erhebliche Investition im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Damit unterstreicht die Otto Group ihr Engagement, technologische Fortschritte im Handel voranzutreiben. Die langfristige Vision für den „Robotic Coordination Layer“ ist die vollständige Digitalisierung des gesamten Lagerökosystems. Ermöglicht wird dies maßgeblich durch den digitalen Zwilling, der mittels NVIDIA KI-Infrastruktur entwickelt wird. So entsteht ein zentrales Betriebssystem, das ein breites Spektrum an Systemen und Geräten – von Roboterflotten und konventioneller Automatisierungstechnik wie Sortieranlagen bis hin zu integrierten Sensoren zur Palettengrößenerkennung und Torsteuerung – nahtlos verbindet, verwaltet und steuert.
