Vom Lager bis zum Kunden: Eine neue Umfrage zum Stand der KI im Einzelhandel und in der Konsumgüterbranche zeigt, wie die KI Lieferketten und Kundenerlebnisse verändert.

Die dritte jährliche NVIDIA-Umfrage zum Stand der KI im Einzelhandel und in der Konsumgüterbranche verdeutlicht, warum neun von zehn Einzelhändlern ihre KI-Budgets im Jahr 2026 erhöhen werden, wobei der Schwerpunkt auf Open-Source-Modellen und -Software sowie auf agentischer und physischer KI liegt.
by Cynthia Countouris

KI hat den Einzelhandel und die Konsumgüterindustrie (CPG) transformiert, indem sie die Kundenanalyse und -segmentierung verbessert, um eine stärkere Personalisierung von Marketing und Werbung zu ermöglichen, und die Geschwindigkeit und Genauigkeit der Nachfrageprognose für Lieferketten und Logistik erhöht.

Unternehmen setzen auch neue Maßstäbe in der Kundenbindung durch intelligente digitale Einkaufsassistenten und die Aufwertung von Katalogen, indem sie Produktinformationen dynamisch verbessern und lokal anpassen. KI-Agenten erhöhen die Geschwindigkeit und Effizienz von Abläufen, während physische KI-Systeme dazu beitragen, Lager- und Lieferkettenabläufe zu optimieren und zu automatisieren.

Der dritte jährliche Bericht von NVIDIA zum Stand der KI im Einzelhandel und in der Konsumgüterbranche (CPG), für den Hunderte von Antworten eingegangen sind, zeigt die zunehmende Reife der KI in der Branche, da Unternehmen KI-Projekte in allen Bereichen von der Pilotphase in die Produktion überführen.

Zu den Highlights des diesjährigen Berichts gehören:

  • 91 % der Befragten gaben an, dass ihre Unternehmen KI entweder aktiv nutzen oder testen.
  • 90 % gaben an, dass sie auf dem Erfolg laufender Projekte aufbauen und ihre KI-Budgets 2026 erhöhen werden.
  • 89 % gaben an, dass KI dazu beiträgt, den Jahresumsatz zu steigern, während 95 % sagten, dass sie dazu beiträgt, die jährlichen Kosten zu senken.
  • 79 % gaben an, dass Open-Source-Modelle und Software für ihre KI-Strategie mäßig bis extrem wichtig sind.
  • 47 % gaben an, dass ihre Unternehmen agentische KI bereits in ihren Betriebsabläufen einsetzen oder deren Einsatz prüfen.

Erfahren Sie unten mehr über die wichtigsten Ergebnisse des Berichts.

Open Source eröffnet neue Möglichkeiten

Open Source hat sich rasch zur Grundlage vieler KI-Systeme im Einzelhandel entwickelt und bietet Teams die Flexibilität, Modelle an ihre Daten und Anwendungsfälle anzupassen und gleichzeitig eine konsequente Regulierung aufrechtzuerhalten. Offene, interoperable Ökosysteme vereinfachen außerdem die Einbindung von KI in bestehende Tools und Arbeitsabläufe und unterstützen Einzelhändler dabei, Innovationen schnell zu skalieren.

„Die meisten Einzelhändler begannen zunächst mit proprietären KI-Anbietern zu experimentieren“, erklärte Jason Goldberg, Chief Commerce Strategy Officer der Publicis Groupe. „Sie hatten die Modelle, aber sie besaßen nicht die Schlüssel zu ihrem eigenen Bereich. Open Source kehrt dieses Schema um und ermöglicht Einzelhändlern, ihre proprietären Daten zu nutzen, eine Bindung an bestimmte Anbieter zu vermeiden und von den Innovationen der Open-Source-Community zu profitieren.“

KI erschließt erhebliche geschäftliche Vorteile

Von den Befragten gaben 91 % an, dass ihre Unternehmen KI entweder bereits aktiv einsetzen oder aktuell evaluieren. Damit hat sich die Wettbewerbsfrage im Einzelhandel und bei Konsumgütern von der Entscheidung, ob in KI investiert werden soll, hin zu der Frage verschoben, wie KI am effektivsten eingesetzt und skaliert werden kann.

In der gesamten Branche sind die geschäftlichen Auswirkungen der KI erheblich und deutlich spürbar. Auf die Frage, wie KI ihr Unternehmen verbessert hat, gaben 54 % eine gesteigerte Mitarbeiterproduktivität an. 52 % sagten, KI habe zu einer höheren betrieblichen Effizienz beigetragen und 41 % berichteten von einem verbesserten Kundenservice.

Wie oben erwähnt, gaben 89 % der Befragten an, dass KI zur Umsatzsteigerung beigetragen hat. Für viele Unternehmen war dieser Anstieg erheblich. 30 % gaben an, dass ihr Umsatz um mehr als 10 % gestiegen ist. Gleiches gilt für die Rolle der KI bei der Senkung der jährlichen Kosten: 95 % gaben übereinstimmend an, dass KI ihre Kosten gesenkt hat und 37 % erklärten, dass ihre Kosten sogar um mehr als 10 % gesunken sind.

„Führungskräfte sollten sich nicht darauf konzentrieren, Prestigeprojekte auf Kosten von Projekten mit hoher Kapitalrendite zu genehmigen“, betonte Chris Walton, Co-CEO von Omni Talk. „Erfolgreiche Einzelhändler werden zunächst mit einfachen Anwendungskonzepten beginnen, die spezifische Probleme im Bereich Gewinn und Verlust lösen, den Beweis für ihren Mehrwert erbringen und dann skalieren.“

Laut neun von zehn Befragten werden die Investitionen in KI, einschließlich Infrastruktur, Einstellung von KI-Experten und Software, im nächsten Jahr zunehmen. Dabei gab die Hälfte der Befragten an, dass der Anstieg erheblich sein könnte, mit einer Erhöhung der Budgets um 10 % oder mehr im Vergleich zum Vorjahr.

Agentische KI feiert großes Debüt im Einzelhandel

Die Einzelhandels- und Konsumgüterbranche testet KI-Agenten in verschiedenen Geschäftsbereichen.

Insgesamt gaben 47 % der Umfrageteilnehmer an, dass sie agentische KI bereits nutzen oder testen. 20 % antworteten, dass KI-Agenten bereits in ihren Organisationen aktiv sind und weitere 21 % planen die Einführung von Agenten im nächsten Jahr.

„Die wirklich disruptiven Auswirkungen der agentenbasierten KI werden sich zunächst auf die Lieferketten und Abläufe im Einzelhandel auswirken, beispielsweise durch autonome Agenten, die sich in großem Umfang um die Echtzeit-Bestandsanpassung, dynamische Preisgestaltung und Lieferantenverhandlungen kümmern, da dort der ROI messbar ist“, erklärte Walton.

Die Umfrageteilnehmer nannten drei klare Ziele für agentische KI im Einzelhandel und in der Konsumgüterbranche:

  • Erhöhte Prozessgeschwindigkeit und Effizienz für 57 % der Befragten
  • Verbessertes Kundenerlebnis und Personalisierung, laut 40 %
  • Verbesserte Entscheidungsfindung mit Echtzeitdaten, laut 40 %

Im Großen und Ganzen wird agentenbasierte KI in drei Betriebsbereichen eingesetzt: interne Abläufe, Mitarbeiter- und Kundensupport sowie Kundenbindung. Im Bereich der Kundenbindung beispielsweise gehen die Agenten über die reine Analyse hinaus und handeln in Echtzeit auf der Grundlage von Erkenntnissen, passen Botschaften an, empfehlen Produkte und unterstützen Kaufentscheidungen auf der Grundlage individueller Kundenkontexte.

KI liefert Resilienz für die Lieferkette

Einzelhandel und Konsumgüter standen in den letzten 10 Jahren vor massiven Herausforderungen in der Lieferkette, und diese Herausforderungen werden nur immer komplexer. 64 % Prozent der Befragten gaben in der diesjährigen Umfrage an, dass die Herausforderungen in der Lieferkette im Vergleich zum Vorjahr zugenommen haben, beispielsweise aufgrund geopolitischer Instabilität, Arbeitskräftemangel, steigender Erwartungen der Verbraucher hinsichtlich Geschwindigkeit und Transparenz sowie komplexer regulatorischer Rahmenbedingungen für globale Aktivitäten.

„Mit KI können Einzelhändler den Bestand auf Filial- und Kundenebene statt auf regionaler Ebene optimieren“, erklärt Goldberg. „KI ermöglicht es Einzelhändlern, eine Reihe weiterer Faktoren in ihre Nachfrageprognosen einzubeziehen sowie Lagerengpässe deutlich genauer vorherzusagen und durch die genauere Abstimmung von Angebot und Nachfrage zu vermeiden.“

Die Branche setzt zunehmend auf KI, um Abläufe zu optimieren und komplexe Probleme zu lösen. Um den höchsten Druck abzuwenden, nutzen nach Angaben von 51 % der Befragten, KI zur Steigerung der betrieblichen Effizienz und des Durchsatzes in der Lieferkette. Die Erfüllung von Kundenerwartungen steht mit 45 % als nächstes auf der Liste. An dritter Stelle liegt die Lösung für Rückverfolgbarkeit und Transparenz, die von 38 % der Befragten favorisiert wird.

Physische KI gewinnt in der Branche an Bedeutung. 17 % der Befragten nutzen die Technologie bereits oder evaluieren sie gerade.

„Die wahre Transformation wird von einer KI ausgehen, die die bestehende physische Infrastruktur intelligenter macht“, sagte Walton. „Mein Lieblingsbeispiel ist der Einsatz von Robotik in den Geschäften. Durch sie werden bessere Preise, bessere Lagerhaltung und Verwaltung sowie eine bessere Präsentationsqualität erzielt.“

Die frühzeitigen Anwender zeigen, dass physische KI-Systeme, wenn sie sorgfältig integriert werden, mehr als nur die Automatisierung von Aufgaben leisten. Sie erhöhen die Flexibilität und den Durchsatz als Reaktion auf den Druck auf die Belegschaft und die steigende logistische Komplexität.

Für detaillierte Ergebnisse und Einblicke laden Sie den Bericht „State of AI in Retail and CPG Trends“ („KI im Bereich Einzelhandel und Konsumgüter: Trends 2026“) herunter.

Sehen Sie sich die KI-Lösungen und KI-Plattformen auf Unternehmensebene von NVIDIA für den Einzelhandel an.