Unternehmen in Frankreich setzen agentisches Computing in Branchen wie Raumfahrt, Finanzdienstleistungen, öffentlichem Sektor und wissenschaftlicher Forschung ein und zeigen damit, wie das Ökosystem des Landes den Schritt von der Ambition zur Anwendung vollzogen hat.
Die Fortschritte Frankreichs beruhen auf gezielt geschaffenen Grundlagen.
Der KI-Aktionsgipfel im Februar 2025 sowie die Choose France Summits in den Jahren 2025 und 2026 haben umfangreiche Zusagen für Rechenkapazitäten auf französischem Boden verankert. Was das Ökosystem seitdem aufgebaut hat, umfasst den gesamten Stack.
Investitionen von NVIDIA in Frankreich

NVIDIA investiert in Frankreichs Startup-Ökosystem und hat bereits in führende Technologieunternehmen wie Alice&Bob, Gradium und Scintil Photonics investiert.
In ganz Europa hat NVIDIA Investitionen von fast 10 Milliarden US-Dollar in das Technologie-Ökosystem zugesagt.
Heute hat NVIDIA neue geplante Investitionen in Doctolib, Entalpic, Genesis AI und Pigment angekündigt.
Diese Start-ups entwickeln innovative Lösungen für Herausforderungen in den Bereichen Gesundheitswesen, Materialforschung, physische KI und Unternehmensplanung.
Doctolib, ein europäisches Unternehmen für Gesundheitstechnologie, entwickelt Agenten, die medizinischen Fachkräften Freiräume für eine bessere Versorgung verschaffen. Gleichzeitig stellt das Unternehmen Patientinnen und Patienten einen digitalen Gesundheitsbegleiter zur Verfügung, der den Zugang zur Versorgung verbessert und eine stärker präventive, kontinuierliche Medizin unterstützt.
Entalpic, ein Start-up mit Sitz in Paris, beschleunigt die Entwicklung fortschrittlicher Materialien auf atomarer Ebene und verfügt über besondere Expertise im Bereich Oberflächen und Grenzflächen für die Halbleiterfertigung und Elektronik der nächsten Generation.
Genesis AI ist ein global tätiges Robotikunternehmen, das mithilfe seiner Foundation-Modelle, Datenerfassungssysteme, Simulationsinfrastruktur und Roboterhardware universell einsetzbare Roboter mit modernster Intelligenz und Leistungsfähigkeit entwickelt.
Pigment, ein Unternehmenssoftwareanbieter mit Sitz in Paris, entwickelt eine Planungsplattform, mit der Unternehmen ihre Leistung prognostizieren, Szenarien modellieren und Entscheidungen in den Bereichen Finanzen, Vertrieb, Personal und Betrieb treffen können.
Souveräne KI-Infrastruktur
Unternehmen mit Sitz in Frankreich bauen ihre agentische Infrastruktur auf Basis von NVIDIA-Technologie aus.
Bull erweitert seine europäische KI-Serverproduktion auf NVIDIA Vera Rubin Ultra NVL72-Systeme, die für 2028 geplant sind. Die Trays werden in Europa gefertigt, die Rack-Integration erfolgt im Werk des Unternehmens in Angers, das am Freitag, dem 2. Oktober, eingeweiht wurde.
Altair-1, der erste Satellit einer 50 Satelliten umfassenden Konstellation im Wert von 1 Milliarde US-Dollar mit autonomen Fähigkeiten an Bord, wurde in diesem Monat gestartet und hat erfolgreich seine Umlaufbahn erreicht. Der Satellit wurde von Loft Orbital integriert und in Abu Dhabi von Orbitworks gebaut, einem Joint Venture von Loft Orbital und Marlan Space. Er ist mit NVIDIA Jetson AGX Orin-Edge-Modulen ausgestattet, auf denen Modelle von Mistral für die Erdbeobachtung in Echtzeit und den autonomen Betrieb im Orbit ausgeführt werden.
Offene Modelle
Offene NVIDIA Nemotron-Modelle sind bei französischen Organisationen, die souveräne und vertrauenswürdige Daten benötigen, im produktiven Einsatz.
LINAGORA und Docaposte haben den Zuschlag für die CANUT-Rahmenvereinbarung erhalten. Damit ist Twake.ai, das auf NVIDIA Nemotron basiert, der einzige referenzierte souveräne digitale Arbeitsplatz für mehr als 2.500 öffentliche Organisationen in Frankreich.
Im Bereich Finanzdienstleistungen führt SBS in Zusammenarbeit mit NVIDIA eine souveräne Plattform ein, mit der Banken regulierte generative und agentische Dienste in ihren eigenen Umgebungen bereitstellen können.
In der vergangenen Woche stellte Mistral im Rahmen einer Private Preview das offene Modell Mistral Large 4 vor, das modernste Leistung mit offenen Gewichten in den Bereichen Cyberabwehr, Fertigung, Finanzen und multimodale Aufgaben bietet und eine solide Grundlage für die Anpassung von Modellen in wichtigen Branchen darstellt.
Die Fondation Inria richtet mit Unterstützung von NVIDIA eine Arbeitsgruppe zu fortschrittlicher Open-Source-Modellierung und zur Einführung entsprechender Tools ein. Die Ergebnisse werden im Frühjahr des kommenden Jahres erwartet.
Agenten im branchenübergreifenden Einsatz
In Einzelhandel, öffentlichen Diensten, Telekommunikation und Wissenschaft zeigt sich ein einheitliches Bild: Offene Modelle und NVIDIA-Infrastruktur erzielen in Frankreich messbare Ergebnisse.
L’Oréal verlagert die Entdeckung kosmetischer Formulierungen von der Laborchemie auf In-silico-Screenings mit dem Open-Source-Toolkit NVIDIA ALCHEMI Toolkit, das nun auf dem unternehmenseigenen GPU-Cluster ausgeführt wird. Ziel ist eine bis zu 100-mal schnellere Entdeckung.
Mirakl hat mit feinabgestimmten und offenen Modellen, die auf NVIDIA-GPUs und Inferenzsoftware ausgeführt werden, mehr als 70 Millionen Produkte aufgenommen und die Aufnahme von Verkäuferkatalogen auf unter zwei Stunden verkürzt.
Photoroom und Vestiaire Collective belegen die messbaren geschäftlichen Auswirkungen fortschrittlicher visueller Modellierung auf die Leistung von Marktplätzen.
Omi unterstützt Marken dabei, Produkte in großem Maßstab präzise in KI-generierte Marketingbilder einzubinden. Hierzu kombiniert das Unternehmen seine freigegebenen digitalen 3D-Zwillinge mit offenen Modellen, die für NVIDIA optimiert sind und eine vierimal schnellere Inferenz ermöglichen.
Im Département Côte-d’Or haben ThinkDeep und Akila einen Digital-Twin-Agenten entwickelt, der auf offenen NVIDIA Cosmos-Weltmodellen sowie Nemotron- und Omniverse-Bibliotheken basiert. Er verwaltet nahezu 5.800 Kilometer Straßen sowie Gebäude, senkt die gesamten Betriebskosten um 10 % und soll im weiteren Verlauf der Bereitstellung eine Senkung um 30 % erreichen.
Port Sud de France wickelt die Warenabfertigung und die Hafensicherheit über die DeepBrain-Plattform von ThinkDeep ab, die auf Nemotron und Cosmos basiert.
Enchanted Tools, ein Robotikunternehmen mit Hauptsitz in Paris, setzt soziale Roboter zur Unterstützung von Patientinnen und Patienten in Gesundheitseinrichtungen ein, unter anderem in der pädiatrischen Krebsversorgung.
Im Telekommunikationsbereich haben Bouygues Telecom und Prisme.ai AI Studio V2 eingeführt, das auf der Full-Stack-Infrastruktur von NVIDIA basiert. Damit erhalten alle Mitarbeitenden des Unternehmens die Möglichkeit, eigene Agenten sicher und in einer kontrollierten Umgebung zu entwickeln.
Im Quantenbereich hat Alice & Bob die NVIDIA NVQLink-Plattform für seine supraleitenden Cat-Qubits integriert und zeigt damit, wie GPUs die Quantenfehlerkorrektur effizienter gestalten können, auch für schnellere Qubit-Modalitäten.
Quandela nutzt NVQLink ebenfalls, um eine Integration zwischen einem DGX Spark-System und seinen photonischen Qubits aufzubauen. Damit treibt das Unternehmen das QPU-GPU-Supercomputing voran und erforscht hybride quantenklassische Anwendungen.
Verfolgen Sie die Keynote von Jensen Huang, Gründer und CEO von NVIDIA, auf der GTC Berlin am Mittwoch, dem 21. Oktober, um 11:00 Uhr MESZ.
